Ein besonderes Juwel innerhalb des Naturparks sind die Naturschutzgebiete in Mosbach. Die Gebiete Hamberg, Henschelberg und Schreckberg zeichnen sich vor allem durch artenreiche Wiesen- und Wacholderheiden, markante Felsbänke und Schutthalden, sowie reich strukturierte Waldränder und Gebüsche aus. Die Vielfalt der Kulturlandschaft auf den Muschelkalkböden wurde durch die frühere Nutzung als Äcker, Weinberge, Wiesen und Weiden geprägt.

Trockenmauern

An den Hängen wurden einst Trockenmauern aus Kalk- oder Buntsandstein angelegt um die Anbauterrassen zu stützen. Heute bieten die Mauern spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Bei Höchsttemperaturen bis zu 70° an der Maueroberfläche und einem äußerst knappen Wasserangebot scheinen sich Pflanzen wie der Weiße und der Scharfe Mauerpfeffer, der rundblättrige Storchschnabel und einige wärmeliebende Moose, z.B. das Kugelfruchtkissenmoos besonders wohl zu fühlen. Als Aufwärmfläche dient die Mauer für Tagfalter oder Spinnen. Die kleinen Mauerfugen werden von allerlei Bienen-, Wespen- und Ameisenarten zum Nisten genutzt. Größere Hohlräume dienen als Nistplatz für den Hausrotschwanz oder zur Eiablage der Mauereidechsen.

Felsbänke und Steinhalden

Ein weiteres prägendes Element in den Naturschutzgebieten sind Felsbänke und Steinhalden, die in den sehr steilen Hanglagen liegen. Auch dieser raue Lebensraum lockt ganz besondere Spezialisten, die sich auf dem instabilen Substrat mit starken Temperaturschwankungen, Wasser- und Nährstoffarmut sichtlich wohl fühlen. Die lückige Vegetationsdecke wird durch Pflanzen wie den Echten Gamander und den Hirschhaarstrang gebildet. In flacheren Hangpartien leuchtet im Spätsommer die rote Berberitze. Im Frühjahr treten dem Besucher sanftere Farben entgegen. Deutsche Schwertlilien und Gewöhnliche Küchenschellen schmücken das Grau des Steins mit violetten Blüten. Zwischen den wenigen Pflanzen tummeln sich zahlreiche Insekten und Reptilien, die ideale Bedingungen zum Jagen, Ruhen und Aufwärmen vorfinden. Um ein paar Arten zu nennen, seien hier der Heidegrashüpfer, die Blauflügelige Ödlandschrecke, die Westliche Beißschrecke und die Mauereidechse erwähnt.

Wiesen und Weiden

Die wertvollen Wiesen- und Weidenbestände der Naturschutzgebiete können grob in Kalkmagerrasen und Glatthaferwiesen unterteilt werden. Bei den nährstoffarmen Kalkmagerrasen unterscheidet man gemähte oder beweidete Standorte, die sich sehr gut an ihren charakteristischen Pflanzen unterscheiden lassen. Ein Bewuchs mit Wacholder, Schlehe, Stengelloser Kratzdistel oder Fransen-Enzian deutet auf Beweidung hin, da Schafe diese stacheligen oder bitter schmeckenden Arten nicht fressen. Bei einer regelmäßigen Mahd der Flächen (ein-, bis zweimalig im Jahr) wird der Aufwuchs verhindert. Kalkmagerrasen und Wacholderheiden gehören zu den gefährdeten Lebensräumen in Deutschland, da sie einem Sammelsurium, auch seltener, Blütenpflanzen und Insekten eine Heimat bieten. Bienen-Ragwurz und Hummel-Ragwurz, zwei wunderschöne Orchideenarten, aber auch die Kalk-Aster und das Weißbindige Wiesenvögelchen sind nur einige der Pflanzen.

Nährstoffreicher, aber ebenso trocken und blütenreich sind die häufigeren Glatthaferwiesen, auf denen z.B. Salbei und Blut-Storchenschnabel wachsen.

Streuobstwiese

Mit einem hochstämmigen Bestand an Obstbäumen tragen Streuobstwiesen (-> link) zur Bereicherung des Landschaftsbildes bei. Auf den Rinden der Obstbäume wachsen Flechten und Moose. Hier sind insbesondere die seltenen Goldhaarmoose zu nennen. In den Stämmen knorriger Altexemplare finden Wendehals und Gartenrotschwanz ihre Bruthöhlen. Der Naturpark fördert die Erhaltung der Streuobstwiesen und der typischen, kleinstrukturierten Kulturlandschaft, indem er Projekte wie die Naturparkwirte initiiert und die Vermarktung regionaler Produkte unterstützt.

Wälder, Gebüsche, Säume

In den Naturschutzgebieten existieren einige ehemalige Niederwaldbestände, die unter ihrem lichten Kronendach einen Lebensraum für typische Halbschattenpflanzen wie verschiedene Orchideen und Arten wie die Gewöhnliche Akelei oder das Weiße Waldvögelein bieten. Auch wärmeliebende Insekten, wie die Waldgrille oder die Eichenschrecke fühlen sich im warm-trockenen Klima der Niederwälder wohl.

Schlehe, Liguster, Hartriegel, Weißdorn und Berberitze bilden mit verschiedenen Rosensträuchern Gebüschgesellschaften, die der Neuntöter als Ansitz- und Brutplatz nutzt. Von dort jagt er im Offenland Insekten.

Die Waldsäume sind artenreich und erfreuen mit bunt blühenden Blutstorchenschnäbeln, Kalkastern, Graslilien nicht nur Spaziergänger. Für Insekten wie die Widderchen sind sie eine wichtige Nahrungsquelle.

FFH-Arten im Gebiet:

  • •  Hirschkäfer
  • •  Spanische Flagge
  • •  Grünes Besenmoos

Quelle: Regierungspräsidium Karlsruhe (2007): Faltblatt Naturschutzgebiete in Mosbach.

Diese Webseite empfehlen / merken:  
del.icio.us
oneview
Mister Wong
LinkaARENA
stumbleupon.com
Simpy
Aktuelles|Veranstaltungen|Kontakt und Impressum