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Die Pflege einer Wildblumenwiese

Müssen Wildblumenwiesen gemäht werden?
Grundsätzlich muss jede Wildblumenwiese gepflegt werden. Würde man keine Pflegeschnitte durchführen, würden sich wenige, dominante Arten auf der Fläche durchsetzen und bald würden Hecken und Büsche die Oberhand gewinnen. Nach und nach würde der Boden so verschattet, dass die sonnenliebenden Wiesenblumen verschwinden würden. Mäht man zu häufig oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt, schadet man Insekten, Vögeln, Amphibien und den Wildpflanzen. Am natürlichsten lässt sich eine Wildblumenwiese nach dem Vorbild unserer Großväter pflegen, als das Heumachen noch ein selbstverständlicher Teil der Arbeit war. Zwei Mähdurchgänge im Jahr fördern die Blütenvielfalt und nehmen Rücksicht auf Wiesenbewohner.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Für die notwendige Mahd gibt es keinen perfekten Zeitpunkt. Egel welchen Zeitpunkt sie wählen, Sie werden durch Ihren Eingriff immer einigen Tier- und Pflanzenarten nutzen und anderen schaden. Um in der Wiese überwinternde Insekten nicht "wegzumähen", sollte ein erster Schnitt frühestens Ende Mai, spätestens Ende Juli durchgeführt werden. Eine zweite, späte Mahd zwischen Anfang August und Ende Oktober erlaubt mobilen, erwachsenen Tieren zu flüchten. Brüten Wiesenvögel auf der Fläche, sind Feldhasen regelmäßige Besucher, oder wandern Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichgründen über Ihre Fläche, sollte frühestens Mitte Juli ein erster Schnitt durchgeführt werden. Um die Artenvielfalt zu unterstützen, können Sie jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt mähen. Warten Sie jedoch auf eine Schönwetterphase, denn die Arbeit auf nassem Boden führt zu ungewollten Bodenverdichtungen. 

Tipps zur schonenden Mahd
In Versuchen tötete ein einzelner Mähdurchgang 88% der Wanzen und Käfer und 70% aller Raupen. Das sind erschreckende Zahlen. Weniger Schaden richtet man an, wenn die Fläche mit einem Balkenmäher oder einer Sense bearbeitet werden kann. Besteht die Möglichkeit, dass sich Amphibien oder Eidechsen auf der Fläche befinden, sollte die Schnitthöhe nicht niedriger als 12 Zentimeter sein. Bei kleineren Flächen sollten Streifen in der Größe von circa 10 Prozent der Wiese an immer anderer Stelle stehengelassen werden. Bei großen Flächen lohnt sich ein abschnittsweises Mähen. Diese Altgrasstreifen und ungemähten Abschnitte sind ein sicherer Rückzugsort für weniger mobile Tiere von welchen sie die Wiese wieder besiedeln können. Wichtig ist, dass immer von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen gemäht wird, um Tieren eine Flucht zu ermöglichen.

Abmagern als Schlüssel für Blütenreichtum
Wildpflanzen wachsen auf nährstoffarmen Böden besonders gut. Das Abräumen des Mähguts ist daher wichtig, damit die Nährstoffe aus dem verrottenden Material nicht zurück in den Boden gelangen. Vorher sollte das Mähgut jedoch ein Tag (aber nicht viel länger) auf der Fläche belassen werden, damit Tiere im Grassschnitt flüchten können.

 

Autor:
Blühende Naturparke Baden-Württemberg, Julia Mack Projektmanagement, c/o Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, Email: info@bluehende-naturparke.de

Ihr Ansprechpartner bei Fragen rund um "Blühender Naturpark" im Naturpark Neckartal-Odenwald:
Michaela Kahl, Tel. 0 62 71 - 94 22 75, Email: foerderung@np-no.de

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