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Blühendes Zuhause

Tipps zum naturnahen Gärtnern und einem insektenfreundlichen Balkon

Es kommt nicht auf die Größe der Fläche an, die Sie in eine Wildblumenwiese verwandeln wollen. Denn jeder Quadratmeter zählt! Selbst Balkone lassen sich naturnah gestalten und können so Wildbienen und anderen Insekten einen wertvollen Lebensraum bieten.

Im Rahmen des Projekts "Blühender Naturpark" beraten wir Sie gerne zur Anlage und Pflege von Wildblumenwiesen. Außerdem stellen wir Ihnen ausführliches Informationsmaterial und weiterführende Links zur Verfügung. Für kleine Flächen im Garten oder einen insektenfreundlichen Balkon finden Sie viele Tipps und Anleitungen zum Thema in unseren Flyern. Gerne können Sie und auch kontaktieren und uns Bilder von Ihrer Fläche schicken - wir beraten Sie gerne!

Sie haben keine eigene Fläche, möchten Sich aber dennoch am Projekt beteiligen? Dann würden wir uns sehr über eine Blumenwiesenpatenschaft freuen! Mit einer Spende unterstützen Sie zu 100% das Projekt "Blühender Naturpark" und seine Aktivitäten im Naturpark Neckartal-Odenwald. Hierbei legen wir besonderen Wert auf Umweltbildung und die nachhaltige Sicherung der Artenvielfalt in der Naturpark-Region.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Gemeinsam machen wir den Naturpark blumenbunt!


Naturnahe Gärten gestalten

Naturnahe Gärten sind keine ungepflegten Gärten - auch hier Bedarf es Planung und Pflege. Naturgärten sind geprägt durch heimische, standortangepasste Pflanzen und einer Fülle an unterschiedlichen Mikrohabitaten. Diese bilden die Lebensgrundlage für viele Tiere und Pflanzen. Heimische Gehölze und nektarreiche Blütenpflanzen bieten Schmetterlingen, Hummeln und Vogeln ein ganzjähriges Nahrungsangebot. Je vielfältiger und strukturreicher der Garten gestaltet ist, desto größer ist das Lebensraumangebot für verschiedenste Tier- und Pflanzenarten.


Elemente für einen naturnahen Garten

Mit abwechslungsreichen Elementen schaffen Sie vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und Nahrung.

 

Was kennzeichnet einen Naturgarten?

Ein Naturgarten ist naturnaher Lebensraum für Menschen, wildlebende Tiere und Pflanzen. Er soll die Biodiversitat erhöhen, das heißt arten- und strukturreich sein. Deshalb werden möglichst alle verfügbaren Lebensräume einbezogen: Wege, Pflasterfugen, Dächer, Kiesstreifen am Haus, Parkflächen, Zäune, Mauern, Altholz und viele mehr.

Ein Naturgarten wird standortgerecht gestaltet, um den Ansprüchen der Pflanzen an Boden und Klima gerecht zu werden. So werden z.B. an trockenen Standorten trockenheitsverträgliche Pflanzen eingesetzt. Dadurch werden regulierende Pflegeeingriffe wie Gießen und Düngen vermindert.

Ein Naturgarten wird überwiegend mit einheimischen Wildpflanzen gestaltet. Einheimisch sind Pflanzen, die seit über 500 Jahren im Inland verbreitet sind oder sich auf natürliche Weise hier etabliert haben. Sie sind lebenswichtig für viele Insektenarten, die sich als bewegliche “Liebesboten” an hier lebenden Pflanzen angepasst haben. Auf die möglichst regionale und ökologisch einwandfreie Herkunft der Pflanzen und des Saatguts wird geachtet. Ausbreitungsfreudige Pflanzen, die das heimische Naturgefüge bedrängen (“invasive Neophyten”) werden nicht verwendet. Über unseren Online-Shop können Sie in Kürze zertifiziertes, mehrjähriges Saatgut für Flächen im Naturpark-Gebiet bestellen.

Ein Naturgarten enthält Pflanzenarten mit besonders hohem ökologischen Wert für die heimische Tierwelt, z.B. werden spezialisierte Wildbienen-Arten durch passende Futterpflanzen unterstützt. Auch auf jahreszeitlich versetzte Blüh- und Fruchtfolgen wird geachtet, um der Tierwelt ganzjährig natürliche Nahrung anzubieten. Das sieht – ganz nebenbei – auch noch schön aus!

Ein Naturgarten enthält keine pflanzen- und tiergiftige Stoffe, Agro-Chemikalien, Torf, synthetische Bodenhilfsstoffe, chemisch-synthetische Stickstoffdünger oder leichtlösliche Phosphate. Auch gentechnisch veränderten Organismen oder ebensolches Saatgut kommen nicht zum Einsatz.

Ein Naturgarten wird mit ökologischen Baustoffen gestaltet: Mit Natursteinen und unbehandelten Hölzern aus Mitteleuropa oder durch Wiederverwenden bereits vorhandener Materialien. Der Einsatz von Beton und Kunststoffen wird auf das unerläßliche Minimum begrenzt.

Ein Naturgarten achtet und schützt das natürliche Bodenleben. Wir vermeiden Bodenverdichtungen und den Abtransport von vorhandenem Boden. Stattdessen unterstützen Zwischensaaten, natürliche Mulchmaterialien und möglichst schonende Pflegemaßnahmen das Bodenleben. Entsprechend vorsichtig wird mit organischem Dünger und Kompost, mit pflanzlichen Brühen oder Jauchen gearbeitet.

Ein Naturgarten akzeptiert die natürliche Dynamik, er darf und soll sich im Laufe der Zeit verändern. Deutliche Pflegeeingriffe wie Heckenschneiden, Mähen und Hacken werden auf das ökologisch notwendige Maß reduziert. Die Selbstaussaat erwünschter Pflanzen wird geduldet oder gefördert. Abgestorbene Pflanzenstängel bleiben für überwinternde Insekten bis zum Frühjahr stehen.

Ein Naturgarten achtet auf den Energieverbrauch. Laubsauger oder -bläser werden nicht verwendet und auf elektrische Beleuchtungen weitgehend verzichtet (Lichtverschmutzung). Wir vermeiden auch unnötige Transporte und setzen möglichst regenerative Energien als Energiequelle ein. Zum Gießen in der ersten Zeit nach Aussaat oder Pflanzung wird Regenwasser verwendet, danach weitgehend auf Gießen verzichtet.

Ein Naturgarten respektiert die Mitlebewesen. Fraßschäden an Wildpflanzen werden als Spuren tierischer Besiedlung toleriert. Hungrige Läuse oder Raupen sind für einheimische Pflanzen meist unproblematisch. Häufig liegt der Feind des vermeintlichen `Schädlings´schon auf der Lauer und ermöglicht uns spannende Naturerlebnisse!

NaturGartenWelt: Was ist ein Naturgarten? (Text von Sabine Kohlstadt)

Naturgarten e.V.: Leitgedanken Naturgarten


Weitere Informationen zum Anlegen und Pflegen von naturnahen Gärten

Landschaftserhaltungsverband (LEV) Rhein-Neckar e.V.: https://lev-rhein-neckar.de/naturtipps/naturnaher-garten/

Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e.V.: LBV Ratgeber: Lebensraum Garten

NABU: Naturnah gärtnern - so geht es
Summen, Surren und Vogelgezwitscher: So fühlen sich Tiere in unseren Gärten wohl

NABU Baden-Württemberg: NABU-Pflanzlisten für Wildpflanzen und Gehölze

BUND Naturschutz in Bayern e.V.: Natürlich Gärtnern: Tipps für naturgemäße Gartenarbeit


Insektenfreundlicher Balkon

Nicht jeder hat einen eigenen Garten, aber auch seinen Balkon kann man insektenfreundlich gestalten. Mit den richtigen Pflanzen, Nistplätzen und ganz ohne Pestizide kann man Hummeln, Schmetterlingen,  Marienkäfern und anderen Sechsbeinern ein wunderbares Domizil schaffen.

Hier geht es zum Video-Tipp vom NABU: Summen auf Balkonien

Pflanzen mit Nektar und Pollen: Insekten brauchen Nahrung und jedes hat dabei andere Vorlieben. Wichtig bei der Pflanzenauswahl ist die Verwendung von heimischen Pflanzen und Saatgutmischungen. Um den Insekten ein ganzjähriges Nahrungsangebot zu bieten, sollte man darauf achten, früh-, mittel- und spätblühende Pflanzen zu verwenden. Auch an Raupen-Futterpflanzen für die Nachkömmlinge der Schmetterlinge sollte man denken.

Nisthilfen für Wildbienen: Jede dritte der fast 500 Wildbienenarten ist mittlerweile bedroht. Auch können viele Wildbienenarten nur kurze Strecken zwischen Nistplatz und Blüten zurücklegen. Bei selbst gebauten oder bei gekauften Nisthilfen sollte man aber vorsichtig sein: oftmals schaden ungeeignete Materialen und Bauweisen den Wildbienen. Hier finden Sie Tipps und Anleitungen für wirksame Nisthilfen. Beim Aufstellen sollte man einen regen- und windgeschützen Standort wählen.

Trinkstelle: Auch Insekten benötigen Trinkwasser. Eine kleine Schale mit Steinchen und Murmeln als Kletterhilfe reicht schon aus.

Keine Pestizide: Pestizide schaden und töten Insekten und werden gleichzeitig auch zum Gift für ihre Fressfeinde in der Nahrungskette.

Pflanzen für nachaktive Insekten: Über 80% unserer Schmetterlinge sind nachtaktiv und brauchen dementsprechend Pflanzen, die besonders nachts ihr Aroma verbreiten.

Insektenfreundliche Beleuchtung

(Quelle: NABU)


Weitere Informationen für einen insektenfreundlichen Balkon

NaturGartenWelt: Wildblumen-Balkon

NABU: Lebendiger Balkon

Netzwerk Blühende Landschaft:  Zuhause und im Privatgarten

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